Anfang 2011

Version Januar 2011:

„Historischer Bezug:                        
Das ehemalige KdF-Bad der 20.000 zählt zu den monumentalen architektonischen Überresten der
NS-Zeit. Die "NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude" (KdF), eine Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront, plante fünf riesige Seebäder entlang der Nord- und Ostsee. Allein die Anlage auf Rügen wurde begonnen. 1935 begannen die Planungsarbeiten und ein erster Entwurf wurde auf dem NSDAP- Parteitag in Nürnberg präsentiert. Die etwa fünf Kilometer lange Gesamtanlage mit acht Bettenhäusern basiert auf international preisgekrönten Entwürfen der Architekten Clemens Klotz und Erich zu Putlitz. Nach der Grundsteinlegung am 2. Mai 1936 begann man 1938 mit dem Bau der Bettenhäuser, aber stellte die Anlage bis Kriegsbeginn nicht mehr fertig. Die Baufirmen wurden nach dem Überfall auf Polen abgezogen. Prora entwickelte sich zu einer Ausbildungsstätte für ein Polizeibataillon (1940/41) und für Marine-Nachrichtenhelferinnen (1942-1945). Zwangsarbeiter richteten die Bettenhäuser her, damit Ausgebombte und ein Lazarett Unterkunft finden konnten.
Nach dem Kriegsende kamen für eine kurze Zeit Flüchtlinge und Vertriebene in Prora unter. Jedoch ließ die sowjetische Besatzungsmacht große Teile der Anlage demontieren. 1952 begann der Ausbau zu einem Standort der Kasernierten Volkspolizei, später der Nationalen Volksarmee. Prora blieb bis zum Ende der DDR militärisches Sperrgebiet, umgeben von zahlreichen Legenden.

Geschichte des Erinnerns:           
Nach dem Abzug der Bundeswehr 1991 blieb der Umgang mit einem der größten Überreste der NS- Architektur ungeklärt. Trotz zahlreicher Symposien und verschiedener Überlegungen, für die gesamte Anlage eine Nutzungskonzeption zu erarbeiten, konnte eine langfristige Lösung nicht gefunden werden. Verschiedene private Initiativen etablierten sich im südlichen Bauteil oder arbeiteten nur zeitweise ohne einen langfristigen Bestandsschutz. Im Block 3 entstand eine bunte und schillernde Museumsmeile. 2003 machte Prora durch einen Jugendevent bundesweite Schlagzeilen – Prora '03. 2006 wurden einzelne Teile der Anlage an Investoren verkauft.

Pädagogische Angebote:                      
Neben verschiedenen musealen Angeboten (Museum Prora und Dokumentationszentrum Prora) gibt es Führungen über das Gelände und eine Projektbegleitung. Der Verein Prora Zentrum begleitet schulische und außerschulische Projektarbeit. In diesen Projekten erarbeiteten Schüler eine Broschüre und eine Ausstellung über die Geschichte Proras, die ausgeliehen werden kann.

Literatur:
Rostock, J
ürgen/ Zadnićek, Franz, Paradiesruinen. Das KdF-Seebad der Zwanzigtausend auf Rügen, Berlin 1992

Wernicke, Joachim/ Schwartz, Uwe, Der Koloss von Prora auf Rügen, Königstein i. Ts. 2003.

Stommer, Rainer, Zum Umgang mit nationalsozialistischer Architektur am Beispiel von Prora, in: Zeitgeschichte regional 2006, Heft 1.

Der Film "Urlaubsmaschine" von Steffen Schneider ist über Prora Zentrum e. V. zu beziehen.“

 

Quelle:                               
http://www.polmem-mv.de/index.php?option=com_content&task=view&id=59&Itemid=0

 

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