Hilferuf

„…Vor unseren Augen sind alle Bereiche samt Bausoldatenunterkünfte in der künftigen Jugendherberge restlos entkernt worden – in Beisein des inzwischen mit der Bildungsarbeit beauftragten Prora-Zentrum e.V. Dokumentationen hat die Landrätin, die zugleich Vorsitzende des Prora-Zentrums ist, - wie in Zeiten der DDR - nicht gestattet. Gleichzeitig ist öffentlich fast ausschließlich vom „früheren KdF-Bad“, dem „Nazigebäude“ etc. die Rede, zuletzt im Länderspiegel des ZDF am 4. Sept., der das Gelände im Rahmen des Jugendevents Prora10 in Szene setzte. Der unsensible Umgang mit der realen Geschichte droht sich im künftigen Bildungszentrum zu wiederholen. Der authentisch erhaltene Gemeinschaftsraum mit einem Rügenbildnis aus der Hand eines Bausoldaten, den wir besetzen mussten und für den wir in erster Linie unseren Verein gegründet hatten, wurde nicht unter Denkmalschutz gestellt. Es bleibt im Ermessen des Prora-Zentrums, ob und wie dieser Raum tatsächlich erhalten und gestaltet wird. Unsere Interessen sind nicht privater Natur, sie sind oppositions- kirchengeschichtlich und ethisch begründet. Wie wir Ihnen mehrfach vor Augen führten, waren die Räume Ihrer Jugendherberge „Brutstätten oppositioneller Gedanken“ (Eisenfeld), in ihnen wurden Menschen (vielfach Christen) verfolgt und gedemütigt, die häufig allein aufgrund ihres Glaubens diese Zeit durchgestanden haben. Auf diese Geschichte, an der sich niemand herummogeln darf, mache ich seit Jahren aufmerksam. Es bleibt das Ziel unserer künftigen Interessengemeinschaft ,Waffenverweigerer in der DDR’, im Rahmen 50 Jahre Bausoldatenanordnung (2014) eine Dauerausstellung im künftigen Bildungszentrum zu verankern. Hierfür suchen wir Partner, die an dem von uns seit Jahren geforderten runden Tisch über die konzeptionelle Ausrichtung dieses Platzes interessiert sind, um am größten Standort der Waffenverweigerer an deren besondere Geschichte sowie den Militarismus und seine Zwangsmechanismen in der DDR überregional zu informieren. Das Dokumentationszentrum Prora, das im Gegensatz zum Prora-Zentrum von Anfang an den Kontakt zu unserem Verein gesucht hatte, ist ebenfalls am Aufbau einer solchen Ausstellung interessiert. Ggf. könnte sie in pluraler Gestaltung und Trägerschaft verwirklicht werden. Hierüber fordern wir eine Debatte.“ ))

 

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